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Sekundärmarkt
Bezeichnet als Gegenstück zum Primärmarkt den Umlaufmarkt für bereits begebene Wertpapiere. Wertpapierbörsen sind die wichtigsten Sekundärmärkte.
Settlement
Mit Settlement wird die Erfüllung eines Finanzgeschäftes, insbesondere eines Termingeschäftes bezeichnet. Man unterscheidet zwischen Cash-Settlement (Differenzausgleich in Geld) und physischem Settlement (Lieferung des Basiswertes).
Schneeballsystem
Hierbei handelt es sich um eine verbotene Vertriebsform von Finanzprodukten. Voraussetzung dafür ist, das ein Emittent vollkommen freie Verfügung über die Gestaltung des Produktes hat und der staatlichen Kontrolle entziehen kann. Er verspricht seinen Anlegern sehr hohe Renditen, ohne dass diese das Zustandekommen transparent überprüfen können. Kann der Emittent diese Renditen nicht mit der Anlage seines Fonds (meist Hedgefunds) nicht erzielen, füllt der die erwartenden Ausschüttungen der Alt-Anleger mit den Einzahlungen neuer Anleger auf. Ein Schneeballsystem bleibt solange unbemerkt, als dass der Emittent immer wieder sehr viele Neuanleger findet, um diese Renditen auszuzahlen. Kommt das Neugeschäft ins Stocken, dann können die Renditen nicht ausgezahlt werden und die Anleger haben somit keinen "Schneeball" mehr in der Hand, sondern nur noch das "Wasser", d.h. sie haben einen Totalverlust innerhalb kurzer Zeit erlitten.
Im Vertrieb von Konsumartikel kommt es auch zu einem Schneeballeffekt, wenn die Verteiler des Produktes ihre Verteilerstufe immer wieder dadurch erweitern, dass Kunden ihre erworbenen Produkte an eine nächste Stufe Kunden weiterverkaufen, die dann wiederum Verkäufer werden. Mit jeder Stufe dieses Vertriebs erhöht sich der Preis durch die Vertriebskosten bis er so hoch ist, dass die unterste Stufe keine Kunden mehr findet und auf der Ware sitzen bleibt.
Shareholder Value
Nutzen der Aktionäre, Aktionärsvermögen. Der Shareholder-Value-Ansatz beinhaltet alle Aspekte einer Unternehmensführung, die sich an dem Aktionärsvermögen als Zielgröße ausrichtet. In der Beratungspraxis wurden verschiedene Ansätze entwickelt, die folgende Gemeinsamkeit aufweisen: eine an Zahlungsströmen orientierte, langfristige Sichtweise, die die Erwartungen der Kapitalgeber zur Meßlatte erfolgreicher Unternehmenstätigkeit macht. Die Erwartungen richten sich nach den Opportunitätskosten, die Kapitalgebern durch die Investition in ein Unternehmen entstehen.
Sharpe Ratio
Die Sharpe Ratio misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Zunächst einmal enthält sie im Zähler die sogenannte Überschussrendite. Darunter versteht man die über die sichere Geldanlage hinausgehende Rendite. Wenn also der risikolose Geldmarkt drei Prozent und der ausgewählte Fonds zehn Prozent abgeworfen haben, so hat letzterer eine Überschussrendite von sieben Prozent. Diese wird in das Verhältnis gesetzt zum Risiko, ausgedrückt als Volatilität. Eine positive Sharpe-Ratio zeigt an, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktanlage eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde. Zum anderen zeigt sie an, in welchem Verhältnis diese Mehrrendite zum eingegangenen Risiko steht. Umgekehrt verdeutlicht eine negative Sharpe-Ratio kleiner Null, dass noch nicht einmal die Geldmarktverzinsung übertroffen wurde.
short
Hat ein Anleger eine Position verkauft, ohne sie zu besitzen (leerverkauft), bezeichnet man ihn als short. Er verkauft also in der Erwartung, seine dann offene Position zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen (glattgestellen) zu können. Shortpositionen ergeben sich aus dem Verkauf eines Optionskontraktes und bezeichnet die Wertpapierschuld nach einem Leerverkauf. Hierbei haben die Verkäufer Wertpapiere verkauft, die sie gar nicht besitzen, um sie später bei Kursrückgang wieder günstiger erwerben zu können. Sie sind also bearish eingestellt und erwarten Kursrückgänge. Das Gegenteil von short ist long.
SOFFEX
Abkürzung für Swiss Options and Financial Futures Exchange. Sie war die Schweizer Börse für Optionen und Finanz-Futures und ist durch die Fusion mit der Deutschen Terminbörse 1998 zur Eurex geworden.
Sparplan
Regelmäßige Einzahlung eines bestimmten Betrags in einen Fonds oder auf ein Depot. Vorteile: Cost-Average-Effect; die Entscheidung über das richtige Timing entfällt. Sparpläne erfordern meist eine Zielsetzung und daraus eine Zielsparsumme.
Spekulant
Ein Spekulant ist ein Marktteilnehmer, der seine Tätigkeit darauf ausrichtet, einen erwarteten Preisvorteil bei Wertpapieren an der Börse zu nutzen. Der Spekulant geht somit ein Risiko ein, um Kursgewinne eher kurzfristiger Art zu realisieren und sorgt somit auch für eine erhöhte Marktliquidität. Das Gegenteil: Hedger
Spezialfonds
Investmentfonds lassen sich bezüglich ihres Anlegerkreises in Publikums- und Spezialfonds unterteilen. Während die Anlage in Publikumsfonds für jeden Anleger möglich ist, steht die Anlage in Spezialfonds nur institutionellen Anlegern offen. Im Gegensatz zu einem Publikumsfonds haben die Anteilseigner eines Spezialfonds ein Mitspracherecht hinsichtlich der Anlageentscheidungen. Hauptkunden von Spezialfonds sind Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen, Stiftungen und Sozialversicherungsträger.
Spin Off
Bei einem Spin-Off gliedert ein bestehendes Unternehmen einen Teil als eigenständige Firma an der Börse aus. Die Aktionäre des Unternehmens erhalten bei dieser Maßnahme die Anteile des ausgegliederten Unternehmens gratis dazu bzw. erhalten zumindest für das ausgegliederte Unternehmen.
Split
auch: Stock Splitting - Englische Bezeichnung für: Teilung. Allgemein bedeutet Splitting im Börsenwesen: Die Aufteilung einer Aktie bzw. eines Investmentanteils, deren Kurs bzw. Preis auf einen sehr hohen Betrag gestiegen ist, in zwei oder mehrere neue Papiere, deren Gesamtwert mit dem Wert des alten Wertpapiers übereinstimmt. In den USA ist Splitting eine gängige Methode im Aktienwesen. Zweck: Die Vermeidung von optisch zu hohen Kursen bei Aktien (aus schweren sollen leichte Wertpapiere gemacht werden). Eine Verkleinerung bewirkt also, dass das Wertpapier dem Anleger attraktiver erscheint. Somit erhält auch der Investor, der nur über einen geringen Betrag verfügt, die Möglichkeit, Investmentanteile oder Aktien zu kaufen; die Handelbarkeit der Effekten nimmt zu.
Spread
Differenz zwischen zwei Preisen oder Zinssätzen. In der Börsensprache die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs (Bid/ Ask-Spread). Auch die Strategie des gleichzeitigen Kaufs und Verkaufs von Optionen der gleichen Optionsklasse zum Zweck der Eingrenzung von Gewinn- bzw. Verlustmöglichkeiten. Laufzeiten und Basispreise können hierbei voneinander abweichen.
Stammaktien
Sie verbriefen die gewöhnlichen gesetzlichen und satzungsmäßigen Aktionärsrechte. Gegensatz: Vorzugsaktien
Stillhalter
Verkäufer eines Option, der die Verpflichtung eingeht, den Basiswert zu kaufen bzw. zu verkaufen, falls der Optionskäufer sich entschließt, seine Option auszuüben.
Stockdividende
Einige Unternehmen schütten keine Dividende aus, sondern bieten ihren Aktionären an. Diese wird steuerrechtlich genauso behandelt wie die Dividende, ist also zinsabschlagssteuerpflichtig.
Stop-buy-Order
Kaufauftrag, der billigst ausgeführt wird, sobald der Kurs ein gesetztes Limit überschreitet.
Stop-loss-Order
Wörtlich zu übersetzen mit Verlustbegrenzungs-Auftrag. Um eventuellen Kursrückschlägen bei Aktien mit einer hohen Schwankungsbreite den Schrecken zu nehmen, können vom Asset Manager Stop-loss-Aufträge abgegeben werden. Natürlich sollte der Stop-loss-Kurs (knapp) unterhalb des zuletzt ermittelten Kurses liegen. Der Verkauf wird dann automatisch ausgeführt, wenn der aktuelle Tageskurs der Aktie den Stop-loss-Kurs unterschreitet. Je geringer die Differenz zwischen Tageskurs und Stop-loss-Kurs, desto geringer fällt der eventuelle Verlust aus. Anlegerverdruß tritt ein, wenn der Stop-loss-Kurs zu hoch angesetzt wurde, die Aktie verkauft wurde und danach der Kurs wieder ansteigt. Bei Wachstumsaktien ist das Aufgeben eines Stop-loss-Auftrages unnötig.
Stop-Order
Eine Stop-Order kann bei jedem börsennotierten Finanzinstrument ( Aktien, Futures, Devisen etc ) angewendet werden. Man unterscheidet zwischen der Stop-Market-Order und der Stop-Limit-Order. Platziert man z.B. zum Kauf einer Aktie eine Stop-Market-Order über dem aktuellen Marktpreis, wird die Order beim Erreichen des Kurses an der Börse ausgelöst und die Aktie wird automatisch zum nächst möglichen Marktpreis gekauft. Will man die Aktie per Stop-Market-Order verkaufen, platziert man die Order mit einem Kurs unterhalb des aktuellen Marktpreises. Wird der gewünschte Preis am Markt erreicht, wird hier eine Market-Verkaufsorder ausgelöst. Bei Stop-Limit-Orders wird die Order ebenfalls beim Erreichen des Stop-Preises an der Börse ausgelöst. Die Order wird dann aber nicht zur Market, sondern zur Limit-Order. Gibt man z.B. eine Stop-Limit-Order zum Kauf bei 103,80 und der Marktpreis erreicht 103,80, wird automatisch eine Kauforder gegeben zum Limitpreis von maximal 103,80. Ist der Marktpreis nun aber sofort über 103,80 gestiegen, wird die Order nicht ausgeführt. Stop-Orders werden ausgeführt um Verluste nach oben oder unten zu begrenzen und um bei Marktbewegungen nach oben wie nach unten schnell mit einer ausgeführten Order im Markt dabei zu sein.
Strike
Auch Basispreis eines Optionsscheines oder Knock-Outs.
Stückelung
Gibt an, auf welchen Nennwert die einzelnen Abschnitte einer Anleihe oder die Aktien einer Gesellschaft lauten.
Swap
Als Alternativen zu direkten Finanzierungen (Anleihe, Festsatzkredit) an den internationalen Finanzierungsmärkten haben sich Zins- und Währungsswaps als Quelle für kostengünstiges festverzinsliches Fremdkapital erwiesen. Bei dem reinen Zinsswap geht es um den Austausch von Zinszahlungsverpflichtungen in einer Währung für eine bestimmte Laufzeit. Wesentlich ist, dass die auf den gleichen Ausgangsbetrag zu leistenden Zinsen unterschiedlichen Zinsberechnungen unterliegen und durch den Swap keine gegenseitigen Kapitalforderungen entstehen. Sinn eines solchen Tausches ist es, den relativen Vorteil, den jeweils eine Partei gegenüber der anderen aufgrund ihrer Stellung an einem bestimmten Finanzmarkt hat, mit der anderen Partei zu tauschen. Das gleiche gilt auch sinngemäß für Währungsswaps. Hauptmerkmal eines Währungsswaps ist, dass die zu tauschenden Verbindlichkeiten in verschiedenen Währungen begründet sind.